NEWS – Archiv 2009
Archivierte News rund um das Unternehmen Rickmers Lloyd.
27. Oktober 2009
Filmdiva bekommt neues Make-up – Rickmers Lloyd überholt Forschungsschiff
Bericht aus der Nordsee-Zeitung vom 23.10.2009
Überseehäfen. Sie ist ein schwimmender Filmstar: Mit einer Nebenrolle in dem Hollywood-Epos „Titanic“ wurde die „Akademik Mstislav Keldysh“ berühmt. Regisseur David Cameron nutzte das russische Forschungsschiff 1996 in seinem Historiendrama für die Gegenwartsszenen – die Suche nach dem „Titanic“- Wrack.
Jetzt liegt die stählerne Filmdiva bei Rickmers Lloyd in der Werft und braucht dringend ein neues Make-up: „Wir führen an dem Schiff bis Mitte Dezember Klassearbeiten und eine Grundüberholung durch“, sagt Werftchef Uwe Beck. 50 Tage haben die Maskenbildner Zeit, die Lady wieder hübsch zu machen.
Nicht dabei hat die 1981 gebaute „Akademik Mstislav Keldysh“ ihre beiden ständigen Begleiter: Die bemannten „Mir“–U-Boote, die bis zu 6000 Meter tief tauchen können, wurden sowohl bei den Filmarbeiten für „Titanic“ als auch bei Camerons Dokumentarfilm über das Wrack des Schlachtschiffs „Bismarck“ (2002) eingesetzt. (cb)
14. Juli 2009
Moin: Im Reparaturdock – Warum Dockmeister Martin Kemme an jedem Arbeitstag viele Kilometer zurücklegt
Bericht aus der Nordsee-Zeitung vom 11.07.2009
Überseehafen. Ich habe ihn nicht gefragt, ich schätze das mal: Ich glaube, dass Martin Kemme an einem Arbeitstag so zwischen sechs und acht Kilometern zurücklegt. Martin Kemme ist Dockmeister der Rickmers-Lloyd Reparaturwerft. Die Werft hat mich eingeladen.
Es ist Sonntagmorgen, 9 Uhr; ein wunderschöner Tag im Hafen. Allzu viel Betrieb ist nicht. Martin Kemme und seine Kollegen aber müssen arbeiten. Wer Schiffe repariert, der guckt nicht auf die Uhr und nicht auf den Wochentag. Martin Kemme tut das, was er tut, gerne – das ist mal klar.
Seit 30 Jahren ist er im Hafen unterwegs, hat auf verschiedenen Werften gearbeitet, meist als Bordelektriker. Und er war in Dubai, ein Jahr lang, für eine Firma aus Cuxhaven. Wie war das denn wohl? „Zum Ende hin stinklangweilig“, sagt Martin Kemme. Einmal in der Woche sind sie 15 Kilometer weit zum Einkaufen gefahren, das war das Programm. Mehr gab es nicht; das nächste Telefon war 30 Kilometer entfernt.
Also zurück in den Hafen. Elektriker hat er gelernt, und – Sicherheit geht vor – in der Abendschule seinen Meister gemacht. „Anstrengend“, sagt er. Dienstags, donnerstags, sonnabends noch einen draufzulegen. Es hat sich gelohnt. Seit 1994 ist er beim Rickmers-Lloyd Dockbetrieb im Kaiserhafen. Eine gute Entscheidung, sagt er. Martin Kemme ist Dockmeister, Chef der Truppe, die dafür sorgt, dass ein sozusagen trocken gelegtes Schiff wieder Wasser unter den Kiel bekommt. Oder das vorher ins Dock eingelaufene Schiff trocken gelegt und vernünftig repariert wird. Das kriegen die hier offenbar sehr gut hin. „Reeder müssen sich auf uns verlassen können“, sagt Martin Kemme. Das gehört zum Geschäft. Das hat ein bisschen was von dem Spruch: Geht nicht, gibt's nicht.
Du gehst bitte auf den Kran
Jetzt aber los: Es ist 9.30 Uhr. Martin Kemme hat seinen Leuten Anweisungen gegeben. Du gehst bitte auf den Kran; du gehst dahin, du gehst dorthin. Du machst bitte das, du machst bitte das. So geht das. Kurz, knapp, freundlich, aber bestimmt – das versteht jeder. Die Handgriffe sitzen, das haben sie hier bestimmt schon tausende und abertausende Male gemacht. Und doch ist es immer wieder aufregend.
Den Rickmers-Lloyd Dockbetrieb gibt es seit dem Konkurs der Rickmers-Werft im Jahre 1986. Der Reparaturbetrieb war profitabel. Die Lloyd Werft stieg als Gesellschafter in die neue Firma mit ein. So um die 50 Leute sind hier seitdem in der Regel fest beschäftigt, und sie haben – Wirtschaftskrise hin, Wirtschaftskrise her – ganz gut zu tun.
Das könne aber noch kommen, sagt Martin Kemme – einer, der seit 30 Jahren im Hafen arbeitet und deshalb viel mitgemacht hat. Was im Moment im Hafen passiert, sei schon außergewöhnlich.
10 Uhr: Die Vorbereitungen sind abgeschlossen. Alle Mann sind an ihrem Platz. Am großen Dockkran hängt ein Korb. Wir steigen ein; der Kranführer hebt uns und den Korb und setzt uns ganz sanft auf dem Reparaturdock auf. Wir gehen ins Steuerhäuschen. Das hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel.
Es sieht ein bisschen aus wie in einer großen Schaltzentrale. 16 große Hebel für 16 Kammern, aus denen das Wasser ins Dock fließt. Die „Omegagas“, ein 95 Meter langer Tanker, der seit gut zwei Wochen im Dock liegt, ist generalüberholt worden, hat zum Beispiel einen neuen Anstrich bekommen. Von wegen Farbe und Pinsel. Die Farbschicht ist aufgestrahlt worden. Das hält länger.
Knapp 100 Meter ist das Schiff also lang, und doch wird beim Docken eher in Millimetern gerechnet. Das muss ganz genau passen. Ob es passt, zeigt unter anderem ein Pendel an. Große Abweichungen darf es nicht geben, sonst geraten Schiff und Dock in Schief- oder Schräglage. Und das will ja keiner; nicht, dass da noch was passiert. Bisher haben sie die Millimeterarbeit auf der Reparaturwerft immer gut im Griff gehabt.
Das nächste Schiff ist schon auf dem Weg. Die „Omegagas“ muss raus. Martin Kemme und seine Truppe haben alles im Griff. Das war spannend. Vielen Dank, bis bald.
Ihr Markus Kater
12. April 2009
Reparaturgeschäft läuft
Rickmers Lloyd spürt noch keine Anzeichen der Krise
Bericht aus dem Sonntagsjournal vom 12.04.2009
Bremerhaven (chb). Die derzeitige Krise ist bei der Reparaturwerft Rickmers Lloyd noch nicht angekommen. „Wir haben bei den Umsätzen des ersten Quartals 2009 keine Unterschiede zum gleichen Zeitraum im vergangenen Jahr festgestellt”, sagt Geschäftsführer Uwe Beck. Allerdings sei ihm bewusst, dass man nicht auf einer Insel der Glückseligen lebe. Es gebe bereits erste Anzeichen.
So hätten bereits einige Kunden der Werft ihre Schiffe aufgelegt. „Aber wenn die Krise die Möglichkeiten der Zulieferer reduzieren würde, könnten wir ein Problem bekommen”, meint Beck. Zurzeit sei die Werft aber gut aufgestellt. Auch in der Wachstumsphase sei die Zahl der Mitarbeiter nicht über die magische Zahl 50 gestiegen. Zudem konzentriert sich die Werft auf Reparaturarbeiten. Neubauten und komplexe Umbauten gibt es nicht. „Hier sind für unsere Unternehmensstruktur die Risiken zu groß”, sagt der Werftchef.
Bei Rickmers Lloyd handelt es sich ursprünglich um die Reparaturabteilung der Rickmers Werft, die 1987 zusammenbrach. Da sie profitabel arbeitete, wurde sie von der Lloyd Werft übernommen und ist heute eine Tochtergesellschaft. Das von Rickmers Lloyd benutzte Reparaturdock ist von der Muttergesellschaft gepachtet. „Zudem mieten wir bei Bedarf weitere Ressourcen auf dem Gelände der Lloyd Werft”, erläutert Beck. Eine Konkurrenzsituation mit der Muttergesellschaft gebe es aber nicht. Jede Gesellschaft habe ihre eigenen Kundenkontakte.
Das Reparaturgeschäft ist profitabel. Im vergangenen Jahr wurden 168 Schiffe bearbeitet – vom Tanker über das Massengut- bis hin zum Forschungsschiff. Die Hälfte der Kunden kommt dabei aus dem weltweiten Ausland. Als großen Vorteil wertet der Werftchef die Flexibilität seiner Mitarbeiter, viele seien mehrfach qualifiziert.
Auch den Standort Bremerhaven sieht Beck als äußerst positiv. Hier gebe es eine ideale Infrastruktur in der maritimen Industrie. „Die Seestadt ist nicht umsonst der größte Reparaturstandort für Schiffe in Deutschland”, betont er.
8. April 2009
Rickmers Lloyd nimmt zum ersten Mal
an der „Langen Nacht der Kultur“ teil. 6. Juni 2009
Akrobatik und Musik im Dock
In der Seestadt Bremerhaven findet am Sonnabend, dem 6. Juni 2009, zum achten Mal die „Lange Nacht der Kultur“ statt. Diese Veranstaltung wird vom städtischen Kulturamt unter der Leitung von Frau Dr. Gisela Lehrke organisiert. Zum ersten Mal nimmt auch der Rickmers Lloyd Dockbetrieb an diesem Projekt teil.
„Wir wollen Interessierten die Möglichkeit bieten, eine Werft auch mal aus der Nähe betrachten zu können. In Verbindung mit Kunst und Kultur hoffen wir, dass wir einen ereignisreichen Beitrag zu der Veranstaltung leisten werden“, sagt Uwe Beck, Geschäftsführer der Rickmers Lloyd Dockbetrieb GmbH & Co. KG.
Während kulturelle Einrichtungen ihre Besucher hinter die Kulissen schauen lassen, lädt Rickmers Lloyd ihre Gäste ein, sich die Werft von der Wasserseite aus anzusehen:
Um 22:15 Uhr und um 23:15 Uhr fährt die Weserfähre vom Deutschen Auswandererhaus ab, um Interessierte zur Werft zu bringen. Da die Fähre nur eine begrenzte Personenzahl transportieren darf, sichert rechtzeitiges Eintreffen einen Platz. Die Bootsfahrt zur und von der Werft dauert ungefähr jeweils 10 Minuten.
Am Rickmers-Dock eingetroffen, erwartet die Besucher dann eine 20-minütige Show. Die Akrobatinnen „Tanja & Frida“ zeigen ihr Können am Trapez – vom Dockkran hängend. Musikalisch präsentiert sich die Band „Big Drums“ an ölfässern, Trommeln und Werkzeugen.
Das vollständige Programm und alle Details für die „Lange Nacht der Kultur“ können im Internet nachgelesen werden: www.lange-nacht-bremerhaven.de
Pressematerial
Bilder in hoher Auflösung herunterladen
Ansprechpartner
Uwe Beck, Tel. 0471 4801-20, Email: info@rickmers-lloyd.de
